Normandie und Bretagne, Frankreich

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deutscher Geschützschartenstand an der Küse bei Longues-sur-Mer

deutscher Geschützschartenstand an der Küse bei Longues-sur-Mer, Calvados, Normandie

Die Batterie Longues-sur-Mer ist die einzige deutsche Küstenbatterie des Atlantikwalles mit noch erhaltenen Kanonen in der gesamten Normandie.

In den Tagen vor der Invasion der Alliierten Streitkräfte (Operation Overlord) wurde die Küstenbatterie „Longues-sur-Mer“ mehrfach aus der Luft angegriffen und mit Bombenteppichen überzogen. Trotz der massiven Luftangriffe konnten keine nennenswerten Schäden angerichtet werden. Hauptsächlich zerstörten die Bomben Infantrie-Hindernisse und unwichtigere Anlagen der Stellung.

Im Morgengrauen des 6 Juni 1944 eröffneten die Alliierten erneut das Feuer auf die deutschen Verteidigungsanlagen entlang der Landungsabschnitte. Diesmal erfolgte der Angriff von See aus, über die Schiffsartillerie von Kreuzern und Panzerkreuzern. Als die alliierten Schiffe in Reichweite der deutschen Küstenbatterie kamen, eröffnete Diese ebenfalls das Gegenfeuer. Es folgte ein stundenlanges Gefecht zwischen der alliierten Flotte und den deutschen Kampfbunkern. Erst der englische Kreuzer „Ajax“ brachte die Batterie durch Volltreffer in die Scharten zweier Geschützbunker kurz zum Schweigen. Die übrigen drei Geschütze der Atlantikwall-Stellung nahmen den Beschuss nach einer Pause wieder auf. Das freistehende 12,2cm Leuchtgeschütz wurde auf die Landungsabschnitte „Omaha“ und „Gold“ ausgerichtet, und nahm die Landungstruppen unter Beschuss. Die zwei übrigen Geschützstände lieferten sich ein erbittertes Feuergefecht mit dem Schlachtschiff „Georges Leygues“. In den frühen Abendstunden verstummte die Batterie endgültig. Am Morgen des 7 Juni nahmen die Alliierten die Stellung „Longues-sur-Mer“ entgültig ein.

Anfang der achtziger Jahre wurde das ehemalige Gelände der Küstenbatterie umfassend von gefährlichen Kriegshinterlassenschaften geräumt und dem Besucher zugänglich gemacht. Einige verschüttete Teile der Anlage sind erst ab Sommer 2002, zum sechzigsten Jahrestag der Invasion im Jahr 2004 wieder freigelegt worden. Alle fünf Bunker der Stellung „Longues-sur-Mer“ sind in unterschiedlicher Qualität vorhanden und können besichtigt werden. Teilweise ist auch noch die originale Bewaffnung in den Atlantikwall-Bunkern vorhanden.

Bekannt wurde die Küstenbatterie mit ihrem Feuerleitstand durch den Film „Der längste Tag“ (1962).
(untertage-übertage.de)


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